Aktuelles


Juni 2018: Pfannkuchenaktion

Beim Public Viewing an der Auferstehungskirche zum Spiel Deutschland Mexiko versorgte der Brasilienkreis zusammen mit der Weltladen-Gruppe der Auferstehungskirche die vielen Fans mit Reibekuchen und Apfelmus.

Der Erlös dieser Aktion ist für das Partnerschaftsprojekt in Limoeiro do Norte im Nordosten Brasiliens bestimmt. Dort soll für sechzig Familien ein Biosystem zur Wiederverwendung von Brauchwasser entstehen.

     

Wenn auch das Spiel keinen Anlass zur Freude bot, war diese gemeinsame ökumenische Aktion ein voller Erfolg!

 

 


Juli/August 2017:  Besuch in Brasilien

Reisebericht von Mitgliedern des Brasilienkreises St. Heinrich in Marl, die vom 16.Juli bis 10.August 2017 ihre Partner in Brasilien besuchten. Diesen Bericht verfasste Hubert Scheper für die Zeitschrift „Solidaridade“ unserer befreundeten Brasilieninitiative „Nordestino“.

„Der Brasilienkreis St. Heinrich“ in Marl besteht seit 1981. Die Gründung des Kreises geht auf die Initiative des damaligen Pfarrers der Kirchengemeinde St. Heinrich, Dr. Ferdinand Kerstiens zurück, der mit Pater Rogerio, einem brasilianischen Freund aus gemeinsamen Studienzeiten in Münster in lebhaftem Austausch stand. Konkrete lebendige Verbindungen haben wir zur Zeit nach Ibirite in der Peripherie von Belo Horizonte , zum IRPAA in Juazeiro/ Bahia, nach Campina Grande, der Hauptstadt des Bundesstaates Paraiba und nach Limoeiro do Norte im Bundesstaat Ceara. Die Geschichte des Brasilienkreises ist auch eine Geschichte gegenseitiger Besuche. So besuchten wir alle 5 Jahre unsere Partner in Brasilien, und dazwischen waren Abordnungen unserer Freunde in Marl zu Gast. Der Kreis hat zur Zeit 9 Mitglieder, von denen sich am 16. Juli Ursula und Georg Huthmacher, Helene und Theo Heeck und Hubert Scheper nach Brasilien auf den Weg machten. Die Stationen der Reise sind mit den oben genannten Städten genannt, am 10. August kehrten wir nach Deutschland zurück. Begleitet wurden wir von Maria Schulze Eistrup dos Santos, die uns über alle sprachlichen Hürden hinweg half.

Am frühen Morgen des 16. Juli flogen wir mit der TAP Portugal von Frankfurt aus mit einem Zwischenstopp in Lissabon nach Belo Horizonte, wo wir am Nachmittag von Maria Schulze Eistrup dos Santos mit ihrer Familie in Empfang genommen wurden.

Maria und Familie empfangen uns am Flughafen Belo Horizonte.

Wir waren während unseres Aufenthaltes in Ibirite Gäste in ihrem Hause, was uns gerade zu Beginn unserer Reise als „warm up“ guttat. Überhaupt stand unsere Zeit in Ibirite unter dem Motto „Zu Gast bei alten Freunden“, denn wir sahen all die Menschen wieder, die uns auch schon in Marl besucht hatten.

Gerne folgen wir der Einladung von Zenobia, der Witwe von Rogerio.

Neben unserer überschaubaren finanziellen Hilfe war dem Brasilienkreis immer eine Partnerschaft auf Augenhöhe wichtig. Maria Schulze Eistrup, die aus Billerbeck stammt, lebt mit ihrer Familie seit Beginn der neunziger Jahre in Ibirite, wo sie das „Zentrum zur Befreiung der arbeitenden Frau“ leitete. Mit ihrem Engagement entstand in Ibirite ein Netz von Kinderkrippen.

Besuch in der Creche Santo Henrique und Gespräch mit dem Team.

Das „Centro“, bestehend aus einer Kinderkrippe und einem Frauenzentrum, wurde 2003 auf Marias Initiative durch den Bau eines Kinderschutzhauses ergänzt.

Auf dem neuen Spielgelände des Kinder- und Jugendschutzhauses (KJSH) treffen wir Kinder, die dort zur Zeit leben.

Das Mittagessen im KJSH bereitet die Köchin immer frisch zu. Wir werden dazu eingeladen.

Hier werden Kinder und Jugendliche aus schwierigsten familiären Verhältnissen vorübergehend aufgenommen und geschützt. Maria ist mittlerweile berentet, arbeitet aber noch in der Kinderkrippe weiter mit. Die Einrichtungen sind auf Gelder der Kommune zur Finanzierung der Löhne angewiesen. Über all die Jahre beobachten wir das immer gleiche Ritual: die Stadt zahlt die zugesagten Gelder immer mit erheblicher Verspätung und häufig gekürzt aus, so steht auch jetzt wieder eine erhebliche Kürzung der Unterhaltskosten für das Kinder- und Jugendschutzhaus ins Haus, die ohne weitere Begründung angekündigt wurde. Wie überall in Brasilien kommt auch hier der Staat seinen Pflichten nicht nach. Von der Regierung Temer erwarten die Menschen nichts Gutes. Am 20. Juli flogen wir mit Maria abends mit Zwischenstopp in Recife nach Petrolina, wo uns um Mitternacht Maria Oberhofer und Harald Schistek in Empfang nahmen und uns in unser Hotel nach Juazeiro brachten.

Maria Oberhofer und Harald Schistek holen uns um Mitternacht am Flughafen in Petrolina ab.

Auch beim IRPAA trafen wir alte Freunde: Harald, der zur Zeit das Ehrenamt der Präsidentschaft innehat und Maria Oberhofer, deren Entwicklungshelfervertrag um drei Jahre verlängert worden ist, haben uns in dieser Zeit begleitet und uns die Probleme in dieser Region unmittelbar nahe gebracht. Zum IRPAA bestehen seit fast 30 Jahren Kontakte, durch wiederholte Besuche konnten wir uns über all die Jahre von der guten Arbeit und dem Engagement der Mitarbeiter, derzeit 110, überzeugen. Die Mitarbeiter sind überwiegend in zeitbegrenzten Projekten beschäftigt. Wie die Arbeit unter den massiven Einschränkungen der Sozialausgaben der Regierung Temer weitergehen wird, steht in den Sternen. Kommentar von Harald: Die positive Entwicklung der vergangenen 30 Jahre ist in kürzester Zeit zurückgedreht worden. Wir konnten uns von den Auswirkungen überzeugen. Trotz drastischer Abnahme der Regenmenge in den vergangenen Jahren, die Regenzeit ist seit 4 Jahren ausgeblieben, ist das von der Regierung finanzierte Zisternenprogramm beendet worden. Eine der Folgen war augenscheinlich: Neu waren für uns die großen Mengen an Wassertanklastzügen auf der Fahrt nach Canudos, mit denen die Bevölkerung gegen Bezahlung mit Wasser versorgt wird. Der Sobradinho Stausee war nur zu 12 % seines Aufnahmevermögens gefüllt, allerdings wurden dem Sao Francesco die für die Bewässerung der Großanbauflächen des Agrobusiness erforderlichen Wassermengen unvermindert entnommen. Es ist einfach absurd: Riesige Wassermengen werden dem Fluss entnommen und durch große offene Kanäle zu den Plantagen transportiert für die industrielle Produktion von Früchten und Gemüsen, deren Anbau in dieser Gegend, der Caatinga völlig ungeeignet sind.

Pumpstation am Rio Sao Francisco, von wo aus die breiten Bewässerungskanäle für die industrielle Landwirtschaft gespeist werden.

Demgegenüber macht das IRPAA weiterhin alle Anstrengungen, den Kleinbauern in dieser einzigartigen savannenartigen Biosphäre, die trotz des Wassermangels viele Möglichkeiten eines guten auskömmlichen Lebens bietet und eine besondere Bewirtschaftung erforderlich macht, die „Conviventia“, ein Leben im Einklang mit den natürlichen Gegebenheiten nahezubringen. Dazu ist das Schulungsgelände außerhalb von Juazeiro ideal, wo Kleinbauern, die von ihren Gemeinden abgeordnet werden, mit den Bedingungen angepasster Landwirtschaft und Viehhaltung vertraut gemacht werden. So konnten wir die Abschlussveranstaltung eines zweiwöchigen Kurses von motivierten jungen Menschen aus dem Nordosten miterleben.

Wir erleben die Abschlussfeier eines Kurses für Agartechniker_innen auf dem IRPAA-Gelände. In einem Gottesdienst wird ein Erinnerungsbaum gepflanzt.

Nach wie vor ist das Schulungsgelände vorübergehende Heimat von Studenten der Universität und der Agrotechnikerschule in Juazeiro, die neben ihrem konventionellen Studium die Praxis der angepassten Landwirtschaft erlernen. Wir treffen 30 selbstbewusste junge Frauen und Männer, die auf dem Schulungsgelände internatsmäßig untergebracht sind. Nordestino ist hier mit Stipendien involviert. Ein Kernsatz der Studenten: Unsere Lehrer an der Uni haben von der Realität in der Caatinga keine Ahnung.

Warensortiment der „Coopercuc“, einem genossenschaftlichen Zusammenschluss von Kleinbaueren, die gemeinsam ihre Erzeugnisse aus der Caatinga verarbeiten und vermarkten.

An der Uni werden Arbeitskräfte produziert, während wir hier menschliche Werte vermittelt bekommen. Ein großes Thema sind die zunehmenden Landkonflikte, die durch die fragwürdigen Machenschaften von Konzernen und Behörden im Zuge von Landgrabbing entstehen. Das IRPAA steht hier den Kleinbauern beratend zur Seite, hierin sieht Maria Oberhofer aktuell ihre Hauptbetätigung.

Besuch einer Landgemeinde: Terrassenbau zur Bekämpfung von Erosion.

Maria hat sich umfassende juristische Kenntnisse angeeignet, um die Menschen kompetent bezüglich ihrer Rechte beraten zu können, sie ist unermüdlich im Einsatz an der Seite der Kleinbauern und unverzichtbar. Eine Lichtgestalt! So berichtet sie von wiederholten anonymen Drohungen gegen sie und weitere Mitarbeiter des IRPAA. Das führt sogar dazu, dass die IRPAA- Embleme von den PKW entfernt wurden. Engagierte Kleinbauern müssen um Leib und Leben fürchten, Wochen zuvor war ein Aktivist ermordet worden. Eine weitere negative Auswirkung der neuen politischen Verhältnisse: Die Regierung Temer hat alle Programme für die kleinbäuerliche Landwirtschaft gestrichen, mit der Folge dass die „Coopercuc“, eine Genossenschaft in Uaua auf 8 Tonnen Marmelade, die für Schulspeisungen produziert wurden, sitzenbleibt, eine Katastrophe für die produzierenden Familien. Beeindruckend unser Besuch in Canudos, wo der von Euclides da Cunha beschriebene „Krieg im Sertao“ stattfand. Hier ist mit ideeller Unterstützung des IRPAA durch die Universität von Salvador ein Freilichtmuseum entstanden. Hier wurden vor 120 Jahren 30000 Menschen von einer Armee hingemordet, weil sie sich im Sinne der „Conviventia“ von der Zentralregierung in Rio de Janeiro unabhängig gemacht hatten. Begeistert waren wir von der EFAS, der Escola Familia Agricola Sobradinho, einer von 150 Familienschulen in Brasilien, die der Brasilienkreis durch die Finanzierung einer Monitorin unterstützt.

Die Schüler_innen der Familienschule Sobradinho (EFAS) erklären uns das Bewässerungssystem.

Hier werden zur Zeit 170 Mädchen und Jungen ,die aus der Region stammen und von ihren Gemeinden ausgewählt sind, unterrichtet. Wir nahmen einen durchweg positiven Eindruck von dieser Schule mit. Nach 5 Tagen intensiver Begegnungen und Eindrücke brachten Maria und Harald uns am Abend des 25. Juli zum Busbahnhof von Petrolina, wo wir uns in Richtung Campina Grande verabschiedeten.

Nach einer Nachtbusfahrt kamen wir dort vormittags an. Campina Grande ist die 400.000 Einwohner zählende Hauptstadt des Bundesstaates Paraiba . Hier gab es ein Wiedersehen mit Maria Gorete und Valberlene, die wir ein Jahr zuvor als Gäste von Nordestino auch in Marl begrüßen durften. Untergebracht war ein Teil der Gruppe im Franziskanerkloster und der andere Teil im Haus von Maria Gorete, die sich fürsorglich und rührend um unser Wohlergehen kümmerte.

Am Ende des Tages gemeinsames Erstellen unseres Reiseblogs.

Seit einigen Jahren gibt es den Kontakt nach Campina Grande, wo wir mit Hilfe der Frauengemeinschaft unserer Gemeinde zusammen mit Nordestino und dem Aktionskreis Pater Beda die PHSA, die Promocao Humana Santo Antonio, unterstützen. Diese Stiftung wurde von Pater Ferdinand, einem Bardeler Franziskaner gegründet und besteht aus einer Grundschule und einem Projekt zur Schwangerenbetreuung in einem Stadtteil mit überwiegend armer Bevölkerung. Mittlerweile wurde die Stiftung in die Trägerschaft der Diözese Campina Grande übergeben, Maria Gorete hat zur Zeit den Vorsitz inne. Die Stiftung hat die Aufgabe, sich um all die notwendigen Dinge auch finanziell zu kümmern, für die öffentliche Träger nicht aufkommen. Dazu gehört auch die Unterhaltung der Gebäude, bis auf eine kleine Reparatur am Dach steht akut keine Sanierung an, die Gebäude befinden sich einem guten Zustand. In der Schule, die von Valberlene geleitet wird, werden insgesamt 280 Kinder von der 1. bis zur 5. Klasse unterrichtet, und zwar jeweils zur Hälfte morgens und nachmittags.

Theo baut mit Kindern der PHSA unser Gastgeschenk, die Friedenstaube, zusammen.

Die Klassenräume sind gut eingerichtet, die Lehrerinnen sind sehr bemüht.

Die 2. Klasse im Unterricht in der „Promocao Humana Santo Antonio“ (PHSA)

Die Personalkosten und die Lehrmittel werden von der Kommune getragen, auch gibt es vom Land einen Zuschuss zur Schulspeisung von 0.36 Reais pro Tag sowie die Finanzierung der Schulkleidung. Die Kürzungen der Regierung Temer werden sich wohl nur auf die Gelder für die Schulspeisung auswirken. Wichtig, und darauf wies die Köchin hin, dass die Kinder, die ja nur halbtags die Schule besuchen, einmal am Tage eine gute Mahlzeit bekommen. Auffallend der sehr schmale Schulhof, auf dem ein lebhaftes Treiben herrschte.

Reges Treiben in der Pause auf dem Schulhof.

Bei einer Tanzvorführung der 4. Klasse werden wir mit einbezogen.

Im Schwangerenprojekt werden Frauen aus dem Viertel bis 1 Jahr nach der Geburt betreut. Eliete, eine Sozialarbeiterin, eine engagierte Frau der „1. Sunde“ leitet dieses Projekt. Sie achtet konsequent auf die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen, begleitet die Frauen zu notwendigen Behandlungen, macht auch Hausbesuche. Die Schwangeren stellen unter Anleitung eine Babyerstausstattung her, werden in Säuglingspflege unterrichtet und über Verhütungsmethoden aufgeklärt, die Mütter werden zum Stillen angeleitet. Eine Frauenärztin und eine Kinderärztin arbeiten als Ehrenamtliche mit. Die Säuglinge werden bis zum Ende des ersten Lebensjahres pädiatrisch behandelt. Ergänzt wird das Engagement der PHSA durch Bastelkurse für Jugendliche und Nähkurse für interessierte Frauen, die von Ehrenamtlichen angeboten werden. Wir sind sehr angetan von der Arbeit in der Promocao. Beim Besuch der „Casa da Crianca“, einer großen Kinderkrippe trafen wir Betania wieder, die vor einem Jahr ebenfalls in Deutschland war und die diese Creche als Geschäftsführerin „ managt“. Sie berichtet von den großen wirtschaftlichen Problemen, die es tagtäglich zu meistern gilt. So sind immer größere Hygieneauflagen der Kommune zu erfüllen, deren Sinn auch nicht in Abrede gestellt wird. Öffentliche Einrichtungen sind da deutlich bevorzugt. Auch ein „Rahmenprogramm“ bekamen wir geboten: ein Strandtag in Joao Pessoa, ein Ausflug in die Umgebung von Campina und der Besuch eines Marktes.

Abschiedsfoto bei Maria Gorete, unserer fürsorglichen Gastgeberin; auch dabei Valberlene.

Am Sonntagabend, es ist der 30. Juli, bringt uns Maria Gorete zum Busbahnhof, wo wir nach einem bewegenden Abschied den Nachtbus nach Fortaleza nahmen.

Am Montag, dem 31. Juli, kamen wir nach langer Busfahrt mittags in Limoeiro do Norte an, ca. 250 km entfernt von Fortaleza, der Hauptstadt des Bundesstaates Ceara.

Im Überlandbus auf dem Weg nach Limoeiro

Das Bistum – eines von 7 Bistümern des Landes Ceara – ist ländlich geprägt mit den bekannten Problemen des Nordostens, nämlich dem Wassermangel und der ungerechten Landverteilung. Es gibt hier riesige Obst- und Gemüseplantagen mit einem ausgebauten Bewässerungssystem, was den Kleinbauern regelrecht das Wasser abgräbt. Begrüßt wurden wir von Dom Jose, Bischof Josef Haring, einem Bardeler Franziskaner. Dom Jose, aus Nienborg im Münsterland stammend, hatte das Bistum 17 Jahre lang geleitet und war gerade am Vortag vom neu ernannten Bischof Dom Andre Felix da Silva abgelöst worden.

Der scheidende Bischof Dom Jose Haring und Anjerliana, einer Mitarbeiterin der Diözesancaritas.

Dankbar waren wir über seine fürsorgliche Betreuung während der Zeit in Limoeiro. Wir lernten ihn als zurückhaltenden, angenehmen Begleiter kennen, der auf der Seite der kleinen Leute steht. In der Woche drauf zog er um ins Kloster von Caninde, wo er seinen Lebensabend verbringen will. Vor 5 Jahren entstand die Verbindung zur Diözesancaritas, deren Arbeit der Brasilienkreis seitdem begleitet und unterstützt. Was die Aufgaben anbelangt, unterscheidet sich die Caritas in Brasilien erheblich von der in Deutschland. Anjerliana und Alini, zwei engagierte Mitarbeiterinnen ,machten uns mit Schwerpunkten der überwiegend projektbezogenen Arbeit der Caritas bekannt: Kampf um Wasser, Begleitung bei der Organisierung der „Catadores“, der Müllsammler und Unterstützung der Kleingemachten im Kampf um elementare Rechte gegenüber den Agrokonzernen.

Maria, die Chefin der Catadores, der Müllsammler, begrüßt uns an ihrem Arbeitsplatz.

Die gleichen Probleme, mit denen sich auch das IRPAA auseinandersetzt. Beindruckend war der Besuch einer Kleinbauernvereinigung in einer fruchtbaren Hochebene, der Chapada Arodi, die vor 3 Jahren mit Hilfe der Landlosenbewegung MST ein Gebiet von 1700 ha in Nachbarschaft eines Bewässerungskanals besetzt hatten und es seither fruchtbringend nutzten.

Zu Besuch bei Landlosen, die an einem Bewässerungskanal auf besetztem Gebiet unter dem Schutz des Bischofs eine Siedlung errichtet haben.

Auf sehr fruchtbarem Boden ist bei Bewässerung eine reiche Ernte möglich.

So haben 107 Familien seither ein Auskommen. Auf der anderen Seite teilten wir die Ängste der Menschen eines umgesiedelten Dorfes, welches den Plantagen weichen musste. Wie zu erwarten, waren gemachte Zusagen nicht eingehalten worden.

Gottesdienstfeier in einer Landgemeinde mit Dom Jose.

Wir nehmen an einer Versammlung einer Landgemeinde teil, die Maßnahmen gegen das Absenken des Grundwasserspiegels beraten. Sie fordern vom Staat eine Tiefbrunnenbohrung zur Behebung des Wassermangels.

Nach 5 Tagen intensiver Begegnungen der Abschied aus Limoeiro mit der Überzeugung, die gute Arbeit der Diözesancaritas auch in Zukunft unterstützen zu müssen.

Zum Ausklang der Reise hatten wir noch einige Tage Erholung am Strand geplant. Dazu bot sich der kleine Badeort Canoa Quebrada an der Atlantikküste an, wo wir es uns in einem kleinen, familiären Hotel gut gehen ließen. Hier war Gelegenheit, die Stationen unserer Reise Revue passieren zu lassen und zu reflektieren. Wir hatten 3 Wochen intensiver Begegnungen hinter uns und mussten dabei viele Rückschläge der Menschen im Kampf um ihre elementaren Rechte registrieren. Aber an allen besuchten Orten sahen wir engagierte und zuversichtliche Aktivisten, die Hoffnung auf positive Veränderung machen. Beeindruckend überall das Engagement starker Frauen als Hoffnungsträger. Am 10. August landeten wir nach fast 4 Wochen wieder wohlbehalten in Frankfurt